"He Löpt noch" Südarle

Auf dieser Seite wollen wir Euch unseren Verein etwas näher bringen...

Satzung

 

       Vereinschronik

 

„He löpt noch“ Südarle

 

 

 

Am 15. Februar 1922 wurde im Gasthof Büsselmann (heutiges Vereinsheim „Zum grünen Jäger“) in Südarle die Gründung eines Klootschießervereins beschlossen.  Der neue Verein erhielt den Namen „He löpt noch“ und konnte bereits am Gründungstag mit 55 Personen eine stattliche Mitgliederzahl verzeichnen.

Der erste gewählte Vorstand setzte sich wie folgt zusammen:

1. Vorsitzender wurde Hinrich Kampen, sein Vertreter Gerd Kleemann.                                    Ihnen zur Seite stand Otto Schmidt als Schriftführer und Christoph v. Brethorst als Kassenwart.

Neben den oben genannten Vorstandsmitgliedern schlossen sich folgende Personen dem Verein an:  

Dirk Aissen, Carl Becker, Gerd v. Brethorst, Gerhard Bothe, Diedrich Bünting, Peter Bünting, Johann Büsselmann, Heinrich Dasenbrook, Heinz Dekena, Adalbert Dringenberg, Enno Dringenberg, Wilhelm Dringenberg, Diedrich Escher jun.,Eberhard Ewen sen., Bernd Folkerts, Ihmel Freese, Karl Funk, Oskar Funk, Tade Gustavi, Ude Gustavi, F.R. Harms, Harm Harms, Arend Hermes, Enno Hinrichs, Hinrich Kleen, Johann Kleen, Gerd Kruse, Diedrich Meier, Th. Meier, Gerhard Palma, Gerhard Post, Johann Rabenstein, Dirk Rosenboom, Hinrich Rosenboom, Harm Sassen, Wilhelm Sassen, Harm Scheepker, Johann Schmidt, Onne Sjuts, Max Thiem, Eberhard Wilberts, Enno Wilberts, Heinrich Wilberts,  Johann Wilberts, Wilhelm Wilberts, Franz Zimmermann, Lücke Zimmermann, Gerd Zitting, Jakob Zitting, Johann Zitting und Johannes Zitting.

Das Amt des Bahnweisers, des öfteren zu Unrecht belächelt, war in der Gründerzeit besonders wichtig.

Mit dem damaligen Mühlenbesitzer Johann Wilberts hatte „He löpt noch“ einen Mann mit zwei Herzen um das Klootschießen in seinen Reihen. Sein Wissen um das „Klootscheeten“ war beeindruckend. In Südarle trommelte er eine Mannschaft zusammen, in der alle Werfer über 80 Schritte werfen konnten. Schnell stellten sich die ersten Erfolge ein.

In den letzten Jahren vor dem 2. Weltkrieg wurde die Vereinsarbeit immer schwieriger. Immer mehr gute Werfer verließen die Heimat und wurden zum Arbeitsdienst bzw. zum Wehrdienst einberufen. Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges endeten jegliche Vereinsaktivitäten sowie sportliche Wettkämpfe.

Als man sich nach den Wirren des Krieges wieder zusammenfand, fehlten zahlreiche Familienväter und hoffnungsvolle Söhne, die nicht aus dem schrecklichen Krieg zurückgekehrt waren.  Aber das Leben ging weiter.

In Südarle bemühten sich Lammert v. Brethorst, Eberhard Ewen sen., Eilert Janssen, Gerd Kleemann und Gerhard Post darum, dass das Klootschießen und nun auch das Bosseln wieder neue Belebung erfuhr.  Bahnweiser Gerhard Post sorgte dafür, dass fleißig geübt wurde und bald eine schlagkräftige Mannschaft aufgestellt werden konnte. Zahlreiche Klootschießerfeldkämpfe gegen Nachbarvereine wurden ausgetragen.

Schwierig war die Beschaffung von Kloot- und Bosselkugeln. Vielfach wurden die Kugeln selbst hergestellt, wobei so mancher Obstbaum für unseren Friesensport sein Leben lassen musste.

Mit dem Sieg beim Kreiswanderwerfen 1948 begann die große Zeit unserer Klootschießer. In den nächsten 10 Jahren wurden bei den alljährlichen Kreiswanderwerfen und Kreismeisterschaften allein 11 Titel errungen und so kann man wahrlich von den „Goldenen Fünfziger Jahren“ sprechen.

Diese Jahre waren nicht nur aus sportlicher Sicht eine erfolgreiche Zeit. Auch das gesellige Vereinsleben wurde belebt. Allen älteren Mitgliedern sind noch die beliebten „Teeabende“ (Winterfeste) in guter Erinnerung. Weit im Umkreis bekannt waren die Zeltfeste, die regelmäßig in den Sommermonaten gefeiert wurden. Verbunden mit den Sommerfesten war immer ein öffentliches Preiswerfen.

Hieran nahmen in Südarle nicht selten Mannschaften aus 30 verschiedenen Vereinen teil. Unvergessen sind auch die Klootschießer - Vergleichskämpfe zwischen den damals besten Vereinen Ostfrieslands:

 „Freesena“ Utgast und „He löpt noch“ Südarle.

Beim Vereinspreiswerfen 1956 hielt der Verein für alle Klootschießer eine Sonderprämie bereit. Würfe über 75 Meter wurden mit 1 DM pro überworfenen Meter belohnt. Viele Werfer besserten sich an diesem Tag ihr Taschengeld auf. Beim Kreiswanderwerfen in Greetsiel im Juni 1956 warf unser Eberhard Ewen, an diesem Tag noch 14-jährig, mit dem Kloot 86 Meter, eine Leistung, die bei allen Zuschauern Anerkennung fand. Beim Kreiswanderwerfen 1959 in Coldinne wurde „He löpt noch“ zum wiederholten Male erfolgreichster Verein. Das Klootschießen in der Hauptklasse sowie bei der Jugend wurde von unseren Aktiven gewonnen. Beide Wanderpokale gingen endgültig in unseren Besitz über. 

Auch im Bosseln tat sich einiges.

Die einzige feste Straße zwischen Südarle und Großheide war die Coldinner Straße. Diese alte Klinkerstraße diente bis Mitte der fünfziger Jahre als Wurfstrecke. Erst als die Südarler Landstraße ausgebaut wurde, wechselte man die Wurfstrecke.

In den Wintermonaten wurden fleißig Freundschaftskämpfe gegen Nachbarvereine ausgetragen. Die „Siegprämie“ betrug, wie überall üblich, 5,00 DM. Zu den Auswärtskämpfen fuhr man mit dem Fahrrad.

Einmal im Jahr fanden so genannte Gruppenwerfen statt, aus denen sich die Sieger für die folgenden Kreismeisterschaften qualifizierten. Anfang der fünfziger Jahre kamen fünf junge Werfer aus Nenndorf zu uns. Diese bosselten zusammen in einer Gruppe und galten zu der Zeit als unbesiegbar. Zahlreiche Pokale und Urkunden zieren noch heute die Regale und Wände des Vereinsheimes. 

Anlässlich des Winterfestes 1964 wurden erstmalig mehrere Mitglieder unseres Vereins für ihre 25- bzw. 40-jährige Mitgliedschaft im Friesischen Klootschießerverband mit der silbernen bzw. goldenen Ehrennadel geehrt. 

Im Frühjahr 1970 beschloss der Kreisverband Norden die Einführung von Punktspielen ab der Bosselsaison 1970/71.  „He löpt noch“ bestritt  am 4. Oktober 1970 in Neßmersiel seinen ersten Punktkampf und gewann diesen mit 3 Wurf und 74 m. Anfang der 70er Jahre wuchs auch das Interesse der Frauen für den Bosselsport und so wurde im Januar 1971 die Aufstellung einer Frauengruppe beschlossen. Im Frühjahr 1971 wurden bereits die ersten Freundschaftskämpfe ausgetragen. 

Das 50-jährige Vereinsjubiläum wurde beim Sommerfest am 22./23. Juli 1972 gebührend gefeiert. Zahlreiche Vereine aus dem Kreisverband Norden sowie aus dem Nachbarkreisverband Esens überbrachten Glückwünsche. Der Norder Kreisvorsitzender Johannes Holzenkämpfer würdigte in seiner Ansprache die Leistungen von „He löpt noch“ und stellte fest, dass sich schon immer Männer aus Südarle für die Kreis- und Landesverbandsbelange zur Verfügung gestellt hätten.

Bei den Neuwahlen im Frühjahr 1973 trat Eilert Janssen aus Altergründen als 1. Vorsitzender zurück. In mehr als 20 Jahren hatte er den Verein als 1. Vorsitzender entscheidend mitgeprägt. Er wurde von den Versammlungsteilnehmern einstimmig zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Die 6. Europameisterschaften im Mai 1980 in Tubbergen/Holland brachten für unseren Verein den bislang größten Einzelerfolg einer unserer Aktiven.

So wurde "unser" Karl Kleemann am 17. Mai 1980 mit einer Höchstweite von 96,80 m und einer Gesamtweite von 278,85 m (in drei Würfen) Europameister im Klootschießerstandkampf.             Die Mühen und das jahrelange Training hatten sich gelohnt. 

Da das Vereinslokal Anfang der 80er Jahre infolge Mieterwechsel nicht immer zur Verfügung stand, musste die Jahreshauptversammlung im Kindergarten Südarle stattfinden. Die kleinen Kinderstühle sind uns bis heute noch in Erinnerung. 

Einen großen Erfolg in der Vereinsgeschichte konnte die 1. Männer-Mannschaft in der Saison 1981/82 erzielen. Sie wurde Kreismeister im Straßenbosseln. Der entscheidende Wettkampf war am vorletzten Spieltag in Dornumergrode, wo man mit über 7 Wurf gewann. Diese Meisterschaft bedeutete automatisch den Aufstieg in die neu gebildete Bezirksklasse.

Nach über 30 Jahren ununterbrochener Tätigkeit als Kassenwart legte Johann Coordes am 18. März 1983 sein Amt nieder.

Der Mai 1992 stand ganz im Zeichen der Fahnenweihe.  Die alte vorhandene Fahne war in die Jahre gekommen. So hatte man sich auf Wunsch vieler Mitglieder entschlossen, eine neue Fahne anzuschaffen.

Am 8. Mai 1992 war es dann soweit. Ca. 30 erschienene Vereinsabordnungen mit ihren Fahnen sowie Vertreter der Gemeinde, des Kreissportbundes und der Fachverbände waren Zeuge, als der Landesverbandsvorsitzender Jardo Tapper die feierliche Fahnenweihe vornahm.

Unter dem Beifall aller Anwesenden sagte er:

„Dies ist ein Tag, der in die Vereinsgeschichte eingeht.“

 Die hervorragende Jugendarbeit, insbesondere bei der weiblichen Jugend, zahlte sich ab Saison 1993/94 erstmalig auch bei den Frauen I aus. In den nächsten drei Jahren wurde jeweils als Tabellenerster der Aufstieg in die nächst höhere Klasse geschafft und somit der Sprung aus der 3. Kreisklasse bis in die Kreisliga vollbracht.

 In der Saison 1995/96 war es unsere weibliche Jugend C, die in diesem Jahr von Sieg zu Sieg eilte. Nach dem Gewinn des Gemeindepokales, dem Kreismeistertitel,  dem Sieg im Kreispokal, wurde man Landesmeister und auch FKV - Meister. Im letzten Kampf gegen den oldenburgischen Meister aus Zetel - Osterende gelang es der Mannschaft zum ersten Mal in unserer Vereinsgeschichte, eine FKV - Mannschaftsmeisterschaft nach Südarle zu holen. 

Das 75-jährige Vereinsjubiläum feierte „He löpt noch“ im Mai 1997 im Festzelt an der Coldinner Straße.

Viele auswärtigen Vereine, Verbände und Kommunen waren der Einladung gefolgt.                    Eine 92-seitige Festschrift, in monatelanger Vorbereitung zusammengestellt, wurde von allen Anwesenden dankend angenommen. Mit der schönen Ausschmückung der Straßenränder hatten die Einwohner in Südarle ihre Verbundenheit mit dem Verein erwiesen. 

Im Frühjahr 2000 wurden unsere Frauen zum ersten Male Kreismeister. Bei den anschließenden Aufstiegskämpfen fehlten 2 Meter zum Aufstieg.  In der Saison 2000/01 wurde man erneut Kreismeister und diesmal konnte man in Bühren / KV Leer erfolgreich den Aufstieg in die Bezirksliga feiern. 

In der Bosselsaison 2004/05 wurde eine Männer II - Mannschaft neu aufgestellt. Bereits ein Jahr später wurde man Vizekreismeister und schaffte auch den Aufstieg in die höchste Klasse, die Landesliga Männer II.

Seit Herbst 1998 hat unsere Vereinsgaststätte „Zum grünen Jäger“ keinen Betreiber mehr. Nachdem der Verein 7 Jahre lang das Lokal angemietet hatte, entschloss man sich im Herbst 2005 endgültig, das Gebäudegrundstück zu kaufen.  Dankeswürdige Spenden unserer Vereinsmitglieder halfen uns bei diesem Vorhaben. Seit 2006 ist „He löpt noch“ Eigentümer der ehrwürdigen Vereinsgaststätte. Die größten Renovierungsarbeiten sind inzwischen abgeschlossen, so dass man 88 Jahre nach Vereinsgründung an gleicher Stätte ein gemütliches Vereinsheim sein "Eigen" nennen kann.

Zahlreiche Aktive von „He löpt noch“ errangen in der langen Vereinsgeschichte viele Erfolge bei den verschiedenen Meisterschaften, deren vollständige Aufzählung den Rahmen dieser Vereinschronik sprengen würde.

Zwei unserer Erfolgreichsten:

Wilhelm Bents > Seine größten Erfolge:

48 Medaillen bei den Bosseleinzelmeisterschaften, davon 17 Goldmedaillen auf Kreisebene, 7 Goldene bei den Landesmeisterschaften und 2 FKV - Titel. > Zweifacher Landesmeister im Klootschießen und dreifacher Sieger im Friesischen Mehrkampf > Mit den Kreisauswahl - Mannschaften konnte „Willi“ insgesamt 19 Titel im friesischen Mehrkampf erringen > Zahlreiche gute Platzierungen beim Bosseln, Klootschießen und im Friesischen Mehrkampf vervollständigen seine sportliche Erfolgsliste.

Karl Kleemann > Seine größten Erfolge:

11-maliger Einsatz bei Klootschießerfeldkämpfen Ostfriesland – Oldenburg > Erfolgreicher Teilnehmer an sechs Europameisterschaften von 1974 – 1992 > Europameister im Klootschießen > 13 x Landesmeister und 13 x FKV - Meister im Klootschießen > 4 x FKV – Meister im Friesischen Mehrkampf >3 x Kreismeister, 3 x Landesmeister und 2 x FKV - Meister mit der irischen Eisenkugel > dazu kommen zahlreiche Medaillenränge in allen  Disziplinen.

Wie wichtig gute Jugendarbeit ist, haben wir bei „He löpt noch“ frühzeitig erkannt und entsprechend gehandelt. Zahlreiche Erfolge in den Einzel- und Mannschaftswettbewerben im Bosseln, Klootschießen und Mehrkampf zeigen uns, das wir auf dem richtigen  Weg sind. Unsere Nachwuchsmannschaften konnten in den letzten 13 Jahren 37 Kreismeistertitel und 33 Kreispokalsiege erringen. 

Neben den sportlichen Aktivitäten finden bei „He löpt noch“ alljährlich Grillfeste, Verknobelungen und Winterfeste statt. Außerdem werden jedes Jahr mehrtägige Urlaubsfahrten angeboten. 

„He löpt noch“ Südarle hat zurzeit ca. 300 Mitglieder. 

Unser Verein wird seit 1985 von Erich Poppen als 1. Vorsitzender geführt. Ihm zur Seite stehen Helmut Brüling (2.Vorsitzender); Karsten Bussmann (3. Vorsitzender); Erich Bents (Kassenwart); Kerstin Küpker (Schriftführerin) und Ihno Sjuts (Sportwart).

Zur laufenden Bosselsaison 2009/2010 hat „He löpt noch“ 22 Mannschaften gemeldet. Mit 12 Jugendmannschaften hat man ein Rekordergebnis im gesamten FKV - Gebiet erreicht.

Überregional werfen die Frauen I (Bezirksliga); Männer I (Bezirksliga) sowie die Männer II (Landesliga) 

„He löpt noch“ wird auch in Zukunft ein bestimmender Faktor des Ortes Südarle sein. Der Verein wird sich bemühen, Jugendliche an unseren Heimatsport heranzuführen und die plattdeutsche Sprache zu erhalten.

 

Südarle, Stand Januar 2010/Sjuts

Unser Heimatsport - Bosseln und Klootschießen !!!